Facebook ist Massenüberwachung
Facebook und Google+ halten die Nutzer dazu an, ihre richtigen Namen zu nennen. Das kann unter Umständen gefährlich werden, wenn es zum Beispiel darum geht, eine politische Meinung zu äußern.
Doch Facebook erlaubt sich weitaus mehr als das. Facebook überwacht die Massen. Über den „Gefällt mir“-Button speichert Facebook die IP des Besuchers einer Seite und kann seine Spuren verfolgen, ohne (!) dass dieser den Button selbst geklickt hat. Hat sich der Nutzer zudem bei Facebook eingeloggt, sind die Besuche eindeutig zu identifizieren.
Überwachung per Autopilot
Auch wenn der Besucher einer infizierten Website zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht unter facebook.com angemeldet ist, können die Daten später, sobald er sich eingeloggt hat, verknüpft werden. (Mancher Provider gibt seinen Kunden nicht immer ein neue IP-Adresse, sondern wechselt diese manchmal erst nach Tagen.)
Das offizielles Motto der Facebook Inc., die heute an die Börse geht, lautet:
"Facebook ermöglicht es dir, mit den Menschen in deinem Leben in Verbindung zu treten und Inhalte mit diesen zu teilen."
Übersetzt aus dem Neusprech:
"Mit deiner Mitgliedschaft bei Facebook erlaubst du es unserem Unternehmen, deine Kommunikation mit Bekannten rund um die Uhr zu belauschen, eure kostenlos gelieferten Daten zu speichern und mit ihnen zu tun, was ihr niemals kontrollieren könnt und wovon wir den Profit haben."
Geschäftsmodell: Ausspionieren
Zuckerberg, der Facebook-Gründer, verdankt den Erfolg des Unternehmens sicher nicht der eigenen Cleverness und eigenem Geld, auch wenn Holywood, US-Magazine und die stimmungmachende Zunft der etablierten Medien hierzulande einem peinlichen Geniekult frönen. Witzig, wie die Süddeutsche Zeitung sich kritisch über die "Datensammel-Industrie" hinter Facebook äußert und selbst und auf der gleichen Seite rund um die Uhr Daten an Facebook funkt.
Skepsis ist angebracht, wenn ein Unternehmen wie Facebook keine eigenen Inhalte anzubieten hat, sondern sein Geschäftsmodell allein auf dem Ausspionieren von Nutzern und dem anschließenden Verwerten beruht. In diesem Sinn auch ein Artikel auf der geschätzten libertären Website The Daily Bell.
Richard Stallman, der Vater der freien Software-Philosophie, gab zum Thema Ende 2011 ein bemerkenswertes Video-Interview auf russia today und stellt Zusammenhänge her.
Quelle: Stallman: Facebook IS Mass Surveillance, Video, 11:35 Min
2.2./10.2.2012
