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Libertarismus, libertär

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Der Begriff Libertarismus (von lat. Libertas: „Freiheit“) ist im deutschen Sprachraum noch wenig bekannt und kann auch nicht einheitlich definiert werden. Er umfasst Varianten einer politischen Philosophie und ökonomischer Anschauungen, die das Individuum, seine Freiheit und das Eigentum ins Zentrum stellen. Der Libertarismus strebt eine Gesellschaft an, in der alle Menschen mit den gleichen Rechten des Lebens, der Freiheit, der Selbstbestimmung und des Eigentums (einschließlich dem an sich selbst) in Vertragsfreiheit miteinander leben.

Freiheit, Eigentum, Staatsferne

Innerhalb des Libertarismus gibt es diverse Richtungen und Unterschiede, die sich vor allem in der Haltung zum Staat zeigen: Manche streben Herrschaftslosigkeit an und damit das Verschwinden des Staates, andere halten die Existenz eines „Minimalstaats“ für unumgänglich. Diese wollen dem Staat nur für unverzichtbar gehaltene Grundfunktionen zugestehen, meist Gewähr der Sicherheit nach außen (Militär) und innen (Polizei) sowie Gewährleistung geordneten Zusammenlebens. 



Freiheitsdenker

Verschiedene Auffassungen innerhalb der Strömungen des Libertarismus findet man auch hinsichtlich der Begründung individueller Freiheit und bezüglich der Bewertung des Eigentumsrechts. Ein bedeutender Theoretiker des Libertarismus in Deutschland ist Roland Baader (gest. 2012).

Markt, die natürliche Ordnung

Schon als Folge der Rechte auf Selbstbestimmung und Eigentum befürworten Libertäre freien Markt und freien Handel. Der Großteil der Libertären vertritt die Ansicht, dass der freie Markt nicht nur die einzig gerechte Form der Wirtschaft sei, sondern auch diejenige, die am effektivsten Wohlstand für alle schaffe. Diese Auffassung findet vor allem Ausdruck in den Schriften der Österreichischen Schule der Ökonomie. Libertäre halten es grundsätzlich für besser und gerechter, selbstbestimmt und freiwillig Leistungen in Anspruch zu nehmen und dafür zu bezahlen als das Zwangssystem von Besteuerung und Umverteilung („Sozialstaat“).



Der Libertarismus wird mit radikalem Kapitalismus in Verbindung gebracht. Tatsächlich betrachten Libertäre die heutige wirtschaftliche Weltordnung keinesfalls als kapitalistisch oder als natürliche Ordnung, sondern viel eher als ein verfilztes System aus Politik und staatlich protegierten Großunternehmen, in dem Lobbyismus, Korruption und Protektionismus wirken. Dementsprechend sind nach Auffassung von Libertären schwerwiegende Wirtschafts- und Finanzprobleme nicht auf Effekte des freien Marktes zurückzuführen, sondern auf Staatswesen, die in angemaßtem Wissen und angemaßtem Steuernkönnen in den Markt eingreifen, um ihn - häufig im Sinn bestimmter Kapitalinteressen - zu lenken und ihn dabei notwendig fehlsteuern.



Weltweite libertäre Bewegung

Im öffentlichen Raum der deutschsprachigen Länder sind libertäre Gedanken praktisch noch nicht anzutreffen. Sofern es sie gibt, werden sie so gut wie ausschließlich innerhalb der Propagandawelt staatlich geförderter Institutionen in Quarantäne gehalten. Vereinzelt kommt es aber zur Freisetzung libertärer Überlegungen in Form von Büchern oder Aufsätzen.

Politisch wirken will in Deutschland eine 2009 gegründete Partei mit libertären Positionen (Partei der Vernunft - PDV -), die jedoch in den Hauptmedien einschließlich Wikipedia konsequent totgeschwiegen wird.

In den USA ist neben vielen libertären Institutionen auch ein wahrnehmbarer politischer Einfluss gegeben.

Literaturempfehlungen

Links

Ausführliche englischsprachige Darstellungen des Begriffs Libertarismus: 1 und 2

  • Staatliches Geldsystem
  • Bundestag- größtes Parlament der Welt?

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