Staatliches Geldsystem = sicheres Fiasko
Der Nationalökonom Dr. Roland Baader über Schuldenstaaten und Zentralbanksysteme
Zitat
Wer ist schuld?
Mit der wachsenden Wucht der Krise schwoll auch die Zahl der schuldig gesprochenen Personen und Institutionen immer weiter an. Dabei kommt es zu Kuriositäten, wie bspw. der Behauptung des Ökonomen und Nobelpreisträgers Paul Krugman, der in einem New York Times-Artikel allen Ernstes schrieb, an den weltweiten Finanzproblemen seien die Chinesen mit ihren niedrigen Exportpreisen schuld, also ausgerechnet jene hochproduktiven Arbeiter und fleißigen Sparer, die dem US-Schatzamt wertlosen Papiergeld-Schrott in Billionensummen und im guten Glauben abgekauft haben, dafür später echte Vermögenswerte erwerben zu können.
[…] Als einer der eifrigsten Schuldzuweiser betätigte sich der amerikanische Nobelpreisträger und „Starökonom“ Joseph Stiglitz. […]
Man muss schon mit ideologischer Blindheit geschlagen sein, hinter einem solchen globalen Massenphänomen keine tiefere Ursache und keine „systemisch“ Letzt-Schuldigen oder gravierende Systemfehler zu vermuten. Ganz im Bann dieser Blindheit rührt auch Stiglitz mit keinem Wort an die eigentlichen Quellen des Rausches, mit welchem die Sinne aller beteiligten Menschen vernebelt, alle Institutionen und deren Manager korrumpiert und alle politischen Kasten in den Veitstanz einer Weltverschuldung ohnegleichen geführt wurden. Und diese ultimativen Quellen sind das fiat money, das Zentralbankwesen und das Bruchteilsreserve-Bankwesen, die den giftigen Brei aus Falschgeld ausgespien haben, der nunmehr die ganze Erde bedeckt und alle Völker unter sich zu ersticken droht. Dass in diesem Tsunami aus Geld, Liquidität, Kredit und Schulden die Akteure Anleger, Finanzintermediäre, Banken, Fonds, Investoren und Konzernmanager ihren Halt verlieren, ins Taumeln geraten und ihre Prinzipien über Bord werfen, ist nicht nur verständlich, sondern eingedenk der menschlichen Schwächen und Sehnsüchte sogar ein zwangsläufiges Ergebnis. Auf einem anderen Papier steht die Tatsache, dass es bei diesem irrwitzigen Spiel nicht nur Verführte und Irregeleitete gab und gibt, sondern natürlich auch Machtmenschen in Politik und Großfinanz, die das papierene Weltkasino ganz bewusst anheizen und für ihre Zwecke missbrauchen. […]
Es sind, wie bereits erwähnt, zwei morsche sozialistische Grundpfeiler, die man der Marktwirtschaft untergeschoben hat und die das Gebäude des Kapitalismus zum Einsturz bringen werden: Das staatsmonopolistische und ungedeckte Papiergeld - und die zentralplanwirtschaftlich manipulierten Zinsen. Solange das Geld staatlich ist, also auf Zwang und Konkurrenzlosigkeit beruht, kann es nirgendwo auf der Welt einen Kapitalismus geben, der diesen Namen verdient. Eine kapitalistische Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung mit sozialistischem Geld und sozialistischem Zinsdiktat: Das wird immer ein Junkie bleiben, der sich nur mit zunehmenden Drogengaben wohlfühlt, um letztlich doch zusammenzubrechen. Jeder noch so gesunde marktwirtschaftliche Wirtschaftskörper wird auf längere Sicht von der sozialistischen Droge namens Staatliches Zwangs-Papiergeld krank gemacht und ruiniert. Zusätzlich grassiert der polit-ökonomische Keynes-Virus als eine Art Aids des Kapitalismus. Seit Abschaffung des Goldstandards und der nachfolgenden keynesianischen Verirrung des politischen und ökonomischen Denkens haben die westlichen Industriestaaten keinen Kapitalismus mehr, sondern eine Ökonomie, die aus einem halbkapitalistischen Körper (= staatsversumpftem Kapitalismus) mit sozialistischem Blutkreislauf (= ungedecktem Papiergeld) und sozialistischen Wegweisern (= planwirtschaftlich fixierten Zinsen) besteht. Die schwere Erkrankung verläuft als euphorisches Siechtum. Und die diesem System entsprechende Nationalökonomie ist keine Wissenschaft mehr, sondern ein Voodoo-Quacksalbertum von beschämender Ignoranz.
Obwohl der monetäre Sozialismus mit seinen Hauptkomponenten fiat money und Zinsplanwirtschaft (betrieben von den Regierungen und ihren Zentralbanken) die ursächliche Quelle allen beschriebenen Übels ist, sollte man nicht einfach „dem Papiergeld“ oder „der Zentralbank“ die Schuld an den Finanz- und Wirtschaftskatastrophen der Vergangenheit und an der aktuellen Weltdepression zuweisen. Ein bestimmtes Material oder ein Organisationsmuster als Abstraktum kann ursächlich für etwas sein, aber nicht „schuldig“ im moralischen oder rechtlichen Sinne. Schuld aber, große Schuld lastet auf denjenigen Gruppierungen und Interessenkartellen, die das fiat money und das Zentralbanksystem eingeführt haben und seit einem Jahrhundert betreiben. Es dient diesen Kreisen als ideales Instrument zur unaufhörlichen Ausbeutung der Fleißigen und Strebsamen (vor allem des Mittelstandes in der Bevölkerung), zur heimlichen Besteuerung in unvorstellbarem Ausmaß, zur Machtbeschaffung via Bestechung, zur Unterwerfung der Menschen in unentrinnbare Abhängigkeitsverhältnisse - und nicht zuletzt zur Finanzierung von Kriegen und der Errichtung von Imperien. Schuld trifft auch die Ökonomen, die es besser wissen müssten und vielfach auch besser wissen, die aber das zerstörerische System nicht anprangern, sondern es sogar noch loben und als alternativlos darstellen.
Roland Baader: Geldsozialismus. Die wirklichen Ursachen der neuen globalen Depression. © 2010 Verlag Dr. Ingo Resch GmbH, Gräfelfing. Bestellmöglichkeit (Seite wird nur bei eingeschalteten Cookies angezeigt)
